Netzwerke stehen unter wachsendem Druck: Updates, Anwendungen und große Datenmengen, die zunehmend aus dem Internet bzw. der Cloud bezogen werden, fordern die verfügbaren Ressourcen heraus – und das bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an schnelle und zuverlässige Bereitstellungen.

Microsoft Connected Cache bietet einen vielversprechenden Ansatz, um Netzwerke effizienter zu gestalten und Inhalte schneller bereitzustellen. Die Technologie optimiert den Datenfluss und eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich der Netzwerkverwaltung. Wie diese Lösung funktioniert und welche Vorteile sie mit sich bringt, wird im Folgenden beleuchtet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Entlastung des Netzwerks: MCC speichert häufig genutzte Inhalte lokal und reduziert dadurch deutlich die Bandbreitennutzung – insbesondere bei Updates und App-Downloads.
  • Einfache Integration ohne SCCM: Die neue, eigenständige Version von MCC kann ohne MECM/SCCM betrieben werden und vereinfacht die Implementierung in moderne IT-Infrastrukturen.
  • Plattformunabhängig und kosteneffizient: Unterstützt Windows und Linux, benötigt lediglich eine Azure-Subscription – ohne zusätzliche Lizenzkosten für MCC selbst.
  • Optimiert für Remote Work: Mit aktiviertem Split-Tunneling bleiben VPN-Verbindungen performant, da Inhalte weiterhin direkt aus der Cloud bezogen werden.

1. Was ist Microsoft Connected Cache?

Microsoft Connected Cache (MCC) ist eine innovative Caching-Technologie, die darauf ausgelegt ist, Netzwerke effizienter zu gestalten und Inhalte schneller bereitzustellen. Es handelt sich um eine Lösung, die speziell für Unternehmen entwickelt wurde, um Bandbreitenbelastungen zu reduzieren und die Bereitstellung von Updates, Anwendungen und anderen Inhalten zu optimieren.

Der Kern von MCC besteht darin, dass häufig benötigte Inhalte lokal im Netzwerk zwischengespeichert werden. Statt Updates oder Anwendungen wiederholt aus der Cloud herunterzuladen, werden diese direkt aus dem Cache bereitgestellt. Dies führt zu einer signifikanten Entlastung des Netzwerks und verbessert gleichzeitig die Benutzererfahrung.

Microsoft Connected Cache unterscheidet sich dabei in zwei Hauptversionen:

  • Für ISPs: Entwickelt, um Inhalte effizient an Endkunden zu liefern und die Internetbandbreite bei Internetdienstanbietern zu entlasten.
  • Für Unternehmen: Eine Lösung, die speziell auf die Bedürfnisse von internen Netzwerken zugeschnitten ist, um lokale Netzwerklasten zu minimieren. Wir gehen in diesem Blog auf diese Variante ein.

Diese flexible Architektur macht MCC zu einer wichtigen Komponente moderner IT-Strategien, insbesondere für Organisationen, die mit großen Datenmengen arbeiten.

2. Warum ist Caching wichtig?

Die stetig wachsende Datenmenge, die über moderne Netzwerke übertragen wird, macht Caching zu einem essenziellen Element zeitgemäßer IT-Strategien. Die Idee hinter Caching ist simpel, aber effektiv: Häufig angeforderte Inhalte werden lokal gespeichert, sodass sie schneller und ohne zusätzliche Belastung des Netzwerks bereitgestellt werden können.

Die Vorteile eines effizienten Caching-Systems wie Microsoft Connected Cache sind vielfältig:

  • Reduzierung der Netzwerklast: Anstatt dieselben Inhalte wiederholt aus der Cloud herunterzuladen, werden diese direkt aus dem lokalen Cache geliefert. Das spart Bandbreite und reduziert die Belastung der Netzwerkverbindung.
  • Beschleunigte Bereitstellung von Updates und Anwendungen: Insbesondere in großen Netzwerken kann die Bereitstellung von Windows-Updates oder Softwareanwendungen zeitintensiv sein. Mit Caching wird dieser Prozess beschleunigt.
  • Verbesserte Benutzererfahrung: Schnellere Downloads und geringere Latenzzeiten sorgen für zufriedene Nutzer, sei es in einem Unternehmen oder einer Bildungseinrichtung.
  • Effizienzsteigerung im IT-Betrieb: IT-Teams profitieren von geringerer Komplexität und weniger Störungen, da Netzwerke stabiler und vorhersehbarer funktionieren.

 

Caching ist nicht nur eine technische Verbesserung, sondern auch ein strategisches Werkzeug, um mit den Herausforderungen moderner IT-Infrastrukturen Schritt zu halten. Microsoft Connected Cache hebt diese Vorteile auf ein neues Level, indem es nahtlos in bestehende Technologien wie Delivery Optimization integriert wird.

3. Microsoft Connected Cache für Unternehmen

Microsoft Connected Cache wurde entwickelt, um den speziellen Anforderungen moderner Unternehmensnetzwerke gerecht zu werden. Es handelt sich um eine flexible und skalierbare Lösung, die darauf abzielt, Netzwerke zu entlasten und Inhalte effizienter bereitzustellen.

Einsatzgebiete und typische Anwendungsfälle

Die Anwendungsmöglichkeiten von MCC in Unternehmen sind vielfältig:

  • Bereitstellung von Updates: Unternehmen mit vielen Endgeräten profitieren von der schnellen Verteilung von Windows- und Office-Updates, die direkt aus dem Cache abgerufen werden können.
  • Optimierung von Software-Downloads: Häufig genutzte Anwendungen und Tools werden lokal zwischengespeichert, was die Bereitstellungszeit für Mitarbeitende erheblich verkürzt.
  • Bildungsumgebungen: Schulen und Universitäten mit großen Computerräumen oder BYOD-Konzepten (Bring Your Own Device) nutzen MCC, um Inhalte effizient für alle Nutzer bereitzustellen.

Vorteile der eigenständigen Version von MCC

Früher war für den Einsatz von Microsoft Connected Cache zwingend eine Integration in MECM/SCCM erforderlich – eine Voraussetzung, die mit zusätzlicher Infrastruktur und nicht unerheblichem Konfigurationsaufwand verbunden war. Mit der neuen eigenständigen Version entfällt diese Abhängigkeit vollständig. Diese Unabhängigkeit eröffnet neue Möglichkeiten:

  • Einfachere Implementierung: Kein Bedarf an komplexen Infrastrukturen – MCC kann direkt in bestehende Netzwerke integriert werden.
  • Erweiterte Zielgruppen: Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die SCCM nicht nutzen, können trotzdem von den Vorteilen profitieren.
  • Cloud-Native Architektur: Die Lösung ist optimal für hybride und Cloud-basierte Netzwerke ausgelegt.

Microsoft Connected Cache ermöglicht es Unternehmen, die Effizienz ihrer Netzwerke zu steigern, ohne dass umfangreiche Änderungen an der bestehenden Infrastruktur erforderlich sind.

4. Serveranforderungen von MCC

Microsoft Connected Cache (MCC) bietet eine leistungsstarke und flexible Architektur, die sowohl unter Windows als auch Linux betrieben werden kann. Für eine erfolgreiche Implementierung sind jedoch bestimmte technische Voraussetzungen und Konfigurationsschritte erforderlich.

  • Unterstützte Betriebssysteme:
    • Windows Server 2022, Windows 11
    • Linux: Ubuntu 22.04, Red Hat 8/9
  • Speicheranforderung: Mindestens 50 GB freier Speicherplatz, idealerweise auf einer dedizierten Festplatte.
  • Azure Subscription: Eine aktive Azure-Subscription ist erforderlich, um den Cache-Server im Azure-Portal einzurichten und zu verwalten. Dabei entstehen jedoch keine zusätzlichen Kosten für die Nutzung von Microsoft Connected Cache selbst

  • Lizenzierung: Endgeräte benötigen Windows Enterprise E3- oder E5-Lizenzen, um MCC nutzen zu können.

5. Einrichtung und Konfiguration von Microsoft Connected Cache

Azure Portal

Die Einrichtung beginnt im Azure-Portal, wo eine neue Ressource erstellt wird, die den Cache-Node repräsentiert.  

Während des Konfigurationsprozesses kann gewählt werden, ob der Server auf Windows- oder Linux-Basis arbeitet.

Die Benutzerführung im Portal erleichtert diesen Schritt, da wichtige Parameter wie der Speicherort und die Netzwerkanbindung direkt definiert werden können.

PowerShell-Skript

Nach der Konfiguration im Azure-Portal wird automatisch ein PowerShell-Skript generiert, das die notwendigen Konfigurationsdateien erstellt und die Einrichtung des Servers abschließt.

Für Windows-Server kommt dabei das Windows Subsystem for Linux (WSL) zum Einsatz, das eine nahtlose Integration von Linux-Funktionen ermöglicht. Dies sorgt für eine unkomplizierte Implementierung ohne zusätzliche Softwareinstallation. Auf Linux-Servern kann das Skript direkt ausgeführt werden, um die erforderlichen Einstellungen zu aktivieren.

Client-Konfiguration

Damit Endgeräte MCC nutzen können, müssen diese entsprechend konfiguriert werden. Dies kann zentral über Intune, SCCM oder Gruppenrichtlinien (GPOs) erfolgen. Alternativ lassen sich die Einstellungen direkt in der Registry vornehmen. Ein zentraler Parameter ist der Hostname oder die IP-Adresse des Cache-Servers, die unter do-cache-hosthinterlegt wird. Um die Konfiguration zu vereinfachen und dynamisch zu gestalten, können zudem DHCP-Optionen wie die Option 235 genutzt werden, die es ermöglichen, die Einstellungen dynamisch an Clients zu verteilen.

Bei einem korrekt konfigurierten Client lässt sich in den Einstellungen der Übermittlungsoptimierung nachverfolgen, wie viel Inhalt erfolgreich über den Cache bezogen wurde – inklusive einer Übersicht zur eingesparten Datenmenge.

Empfehlungen

Für eine optimale Nutzung von MCC wird empfohlen, Split-Tunneling zu aktivieren – so wird sichergestellt, dass VPN-verbundene Geräte Inhalte weiterhin direkt aus der Cloud beziehen, anstatt den internen Cache-Server zu belasten. Dadurch bleibt die Bandbreite des Unternehmensnetzwerks entlastet und die Performance stabil.

Zusätzlich erleichtert die Verwendung von DHCP-Optionen die automatische Konfiguration der Clients und reduziert den administrativen Aufwand erheblich.

Mit diesen klar strukturierten Schritten kann Microsoft Connected Cache reibungslos in bestehende Netzwerke integriert werden, um die Effizienz und Stabilität der IT-Infrastruktur nachhaltig zu verbessern.

Mit dieser klaren Struktur ist Microsoft Connected Cache in wenigen Schritten einsatzbereit und liefert unmittelbar Ergebnisse.

6. Sicherheit und Reporting

Microsoft Connected Cache wurde entwickelt, um nicht nur Netzwerke effizienter zu machen, sondern auch die Sicherheit und Nachverfolgbarkeit von Datenbewegungen zu gewährleisten. Dies ist besonders wichtig, da Caching-Lösungen sensible Daten zwischenspeichern können.

Sicherheitsmaßnahmen innerhalb von MCC

  • Datenverschlüsselung: Alle zwischengespeicherten Inhalte werden verschlüsselt, um sicherzustellen, dass unbefugter Zugriff verhindert wird.
  • Zugriffskontrolle: Nur autorisierte Geräte und Benutzer können Inhalte aus dem Cache abrufen. Dies wird durch Netzwerk- und Endgerätekonfigurationen sichergestellt.
  • Isolation von Inhalten: Microsoft Connected Cache speichert nur öffentlich verfügbare Inhalte wie Updates oder Anwendungen. Keine persönlichen oder unternehmenskritischen Daten werden im Cache abgelegt.
  • Regelmäßige Updates: Die Software wird regelmäßig mit Sicherheits-Patches aktualisiert, um Schutz vor neuen Bedrohungen zu gewährleisten.

Monitoring und Berichte zur Performance

Eine weitere Stärke von MCC liegt in der umfassenden Möglichkeit, die Nutzung und Performance des Systems zu überwachen:

  • Nutzungsstatistiken: Administratoren können einsehen, wie viele Inhalte aus dem Cache bereitgestellt wurden und welche Datenmenge dadurch eingespart wurde.
  • Leistungsberichte: Über detaillierte Dashboards lassen sich Zugriffszeiten, Cache-Trefferquoten und Netzwerkentlastung analysieren.
  • Fehlerprotokolle: Im Fall von Problemen bieten die Protokolle wertvolle Hinweise zur Fehlerbehebung.

Die Kombination aus strengen Sicherheitsstandards und umfangreichen Reporting-Tools macht Microsoft Connected Cache zu einer vertrauenswürdigen und kontrollierbaren Lösung für Unternehmen und Bildungseinrichtungen.

7. Fazit

Microsoft Connected Cache bietet Unternehmen und Bildungseinrichtungen eine wegweisende Lösung, um Netzwerke zu entlasten und Inhalte effizient bereitzustellen. Durch die lokale Zwischenspeicherung von häufig benötigten Updates und Anwendungen reduziert MCC nicht nur die Bandbreitennutzung, sondern sorgt auch für eine schnellere Bereitstellung und eine bessere Nutzererfahrung.

Die eigenständige Version von MCC macht die Technologie noch zugänglicher, da sie ohne komplexe Infrastruktur wie SCCM implementiert werden kann. Mit einer einfachen Einrichtung, umfassenden Sicherheitsmaßnahmen und leistungsstarken Reporting-Tools wird MCC zu einem unverzichtbaren Werkzeug für moderne IT-Infrastrukturen.

Unternehmen, die ihre Netzwerke optimieren und zukunftssicher gestalten möchten, finden in Microsoft Connected Cache eine zuverlässige und skalierbare Lösung. Es ist eine Technologie, die nicht nur Kosten spart, sondern auch die Effizienz und Stabilität der IT-Systeme auf ein neues Niveau hebt.  

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Über den Autor:

Thore beschäftigt sich seit 2011 ausschließlich mit Endpoint Management und Endpoint Security Themen. Anfangs fokussiert auf Softwarepaketierung und Softwareverteilung mit Microsoft MECM/SCCM und Ivanti DSM ist er heute gefragter Gesprächspartner, wenn es um Unified Endpoint Management, Systemhärtung, Patch Management und Endpoint Protection geht. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Microsoft Technologien Intune, Configuration Manager, Entra und Defender. Thore ist Mitgründer des Expertenzirkels "Endpoint Management" im IAMCP e.V.

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